World of Workcraft

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120.000 Jahre homo sapiens, 120.000 Jahre „geistiges Erkennen“, altgriechisch „nous“, indogermanisch „snovos“ gleich „schnüffeln“. Und die bahnbrechendste Entdeckung dieses Schnüffelns: „pecunia non olet“ – die Nullinformation, Ergebnis der Schnappatmung. Gewagte These, die vom Fortschritt. Wo es doch überall um Mammutlage und Faustkeil kreist – „und was machen Sie beruflich?“

Fortschritt, ja, nur im Sinne des Gehirn-Castings für Körperextensionen. Für die Kaste der Kastengehirne. Das „auf dem Kasten“ haben, nicht im Kasten, etwas Nicht-Zugehöriges, Außerordentliches – schwer in einer Welt voller Märkte und außerdem unrein, so wenig geschieden. Dann lieber Historismus statt Potenzial-Hysterie: „Sobald das Geld im Kasten klingt, alsbald die Seele in den Himmel springt“. Einen Himmel aus Gucci-Gucci, Grünwald und Gingko (bei zuviel Schwindel) – und Anne Will am Himmelstor. Nur keinen Rausch oder hyperboräische Kreativität. Stattdessen Rauchverbot, Thujon vom Absinth absentiert – denn Absenzen? Bloß nicht, Zeit ist Geld, sagt der Zivilisationserzähler und er zählt. Himmel als unmittelbares Ansehen des Höchsten? Untätige Zeitverschwendung, alles Credo ohne Kredit. Außerdem: Ansehen des Höchsten ham wa schon, Dschungelcampkönig, wa?

Apropos Lichtentzug. Diese ganze Energieumwandlungsindustrie – frisst Rindviecher und macht daraus Stahlställe für ihresgleichen. Ewige Spargelbeete für etiolierte Keimlinge, halten aber weich und flexibel. Wurzeln in der Erde, von Zeit zu Zeit Yellow-Press-Photo-Synthese, aber dunkle Keller. Darin das Geheimnis des menschlichen perpetuum mobile: Unzufriedenheit. Da hilft systemkonforme Amüsierarbeit am sonnenentwöhnten Gemüt – Arbeit kontert Arbeit mit Arbeit. „Overrated“, wie der Angloamerikaner sagen würde, aber oben sind die Ratten bekanntlich nur bei Flut. Darum behutsames Gießen der Pflanzenexistenz, auch sie braucht Grundwasser, aber Schluckweise. Und dann ab damit in die Bundeslade, Klappe zu. Schon ist die Ewigkeit verladen, von und als Darwins Bio-Top.

Aber ach, es gibt auch Liebenswertes. Wie man sich freut, wenn ein Gorilla endlich auf zwei Beinen gehen kann. Voll süß. Wenn er dann noch arbeiten lernt, wird endlich der Hiatus zwischen Mensch und Natur gefügt. Das ist ewiger Fortschritt, Anverwandlung, Assimilation. Die wahre Natur ist menschlich. Zwei wacklige Beine und wenig Rückrat balancieren das Hirn in Höhenluft und Hände fuchteln tastend nach Erlösung. Und dann als Schöpfungskrone: Beschäftigungstherapie und Gruppenarbeit in Permanenz. Und sei es mit Freunden in der Sozial-Netz-Arbeit. Merkmal: Biologische Statusmeldung und Wachstumswünsche am Karrierebaum, die Symbiose von Pflanze und Maulwurf im großen Haufen.

„So, geistigen Espressionismus? Kaffeesatzdenken? Ausschuss statt Überschuss, na, wenns reicht? – Mir schon lange, aber wissen Sie, dass die Pausen zwischen ihren Worten so schön klingen?“ Die Pneumatologen der Sphärenmusik, Montagsmodelle, aus der Mitte betrachtet. Musen, ja, die Politik hat sie wiederentdeckt, aber unter 18 Jahren müssen sie sein und biegsam und Dioxin im Ei abkönnen. Geistige Schwellkörper hingegen – nicht telegen so was, ab zum Arzt, Krankenkassenfall. Das Hirn als Platzhalter für die aktuellste Heil-Kunde. Computertomographie ist die einzig lohnende Art des Schreibens. Zweifelsohne: Porsche statt Phythia, Ruhm statt Rauch, das hat seinen Reiz. Schau nur hin, sagt Euryale und stimmt ein „We shall overcome“ an. Und rhythmisch verströmt sich der ewig letzte Mensch als Organisationsarbeiter der Gegenorganisation. Und es überkommt niemanden, denn auch hier ist K(n)ast, yes, we can.

Daher: Prolethargier aller Länder, vereinigt Euch bloß nicht, es würde nur nützen… Lieber die Zerebralkinder mit Neuronenfeuer spielen lassen und Saftpressen des Thales auf die Organe. Alte Gen(u)esen: Gleisend chirurgisches Licht bei jeder Weltwerdung, im Kielwasser nur Dunkles, vorne wellentälerne Sinuskurven der Rotverschiebung. Aber auch das ist Chaosgrenze, Umwandlung in neuronalen Bestand, Arbeit. Was bleibt? Wille zur Möglichkeit, sich fortformende Träume: „Luna, legiones redde“! Drum, „homo sapiens“, schnüffele, sauge ein, atme tiefer, viel tiefer, noch tiefer und presse…